https://kleeberg-valuation.de/en/team/sebastian-schoffel/
https://kleeberg-valuation.de/team/sebastian-schoeffel/
https://kleeberg-valuation.de/en/team/karl-petersen/
https://kleeberg-valuation.de/en/team/gregor-zimny/
https://kleeberg-valuation.de/en/team/christian-zwirner/
https://kleeberg-valuation.de/team/christian-zwirner/
https://kleeberg-valuation.de/team/karl-petersen/

News

OLG Düsseldorf zur Verwendbarkeit einer Konzern­planung in der Unternehmens­bewertung

Anforderungen an eine plausible bewertungsrelevante Planung

Das OLG Düsseldorf hat sich in seinem Beschluss vom 09.05.2022 (I-26 W 3/21) in einem Squeeze-out Verfahren zu den Anforderungen an eine bewertungsrelevante Planung geäußert und in diesem Zusammenhang zur Verwendbarkeit einer Konzernplanung bei einer Unternehmensbewertung. So kann die Zugrundelegung einer aus der Konzernplanung abgeleiteten Planung sachgerecht sein, wenn das zu bewertende Unternehmen dem Konzern angehört.

Im vorliegenden Fall kam es im Rahmen eines Squeeze-outs bei einem Unternehmen zu einem Spruchverfahren, in welchem die am 21.11.2017 auf der Hauptversammlung beschlossene Barabfindung angefochten wurde.

Im Zusammenhang mit dem Spruchverfahren kritisierten die Minderheitsaktionäre (Antragsteller) unter anderem, dass die bewertungsrelevante Planung aus einer Konzernplanung abgeleitet wurde und es sich somit um eine „Sonderplanung“ handele. Diese Forderung hatte bereits das LG Dortmund (18 O 7/18) in seinem Beschluss vom 03.07.2020 zurückgewiesen. Ebenso entschied nun auch das OLG Düsseldorf.

Das OLG Düsseldorf führt in diesem Zusammenhang unter anderem aus, dass bei der Beurteilung von Unternehmensplanungen der im März 2017 veröffentlichte Praxishinweis des IDW zur „Beurteilung einer Unternehmensplanung bei Bewertung, Restrukturierungen, Due Diligence und Fairness Opinion“ (IDW Praxishinweis 2/2017, IDW Life 2017, 343 ff.) berücksichtigt werden muss.

Den Leitlinien des IDW Praxishinweises folgend ist demnach aufgrund der bestehenden Spielräume bei der Einschätzung von unsicheren künftigen Entwicklungen nur zu beurteilen, ob die der Unternehmensplanung zugrunde gelegten Annahmen plausibel und somit nachvollziehbar, konsistent und frei von Widersprüchen sind (IDW Praxishinweis 2/2017, Tz. 5). Von einer plausiblen Planung ist immer dann auszugehen, wenn die Planung sowohl rechnerisch richtig und Ergebnis eines sachgerechten Planungsprozesses ist sowie nachvollziehbar an die Ist-Situation des zu bewertenden Unternehmens anknüpft bzw. bestehende Abweichung zur vergangenen Entwicklung schlüssig erklärbar sind und die erwartete Entwicklung des zu bewertenden Unternehmens abbildet. Dies war laut OLG Düsseldorf bei der bewertungsrelevanten Planung im vorliegenden Verfahren der Fall.

In seinem Beschluss konkretisiert das OLG Düsseldorf die Anforderungen an eine plausible bewertungsrelevante Planung und erklärt zusätzlich, dass eine Planung, welche sich aus einer Konzernplanung ableitet, ebenfalls plausibel sein kann.

Diese Themen könnten Sie auch interessieren

Diese News könnten Sie auch interessieren

Advisory Valuation

EZB lässt den Leitzins unverändert bei 4,25 %

Aufgrund der massiv gestiegenen Inflationsraten im Post-Corona-Zeitraum und wegen des Ukraine-Kriegs hat die EZB zwischen Juli 2022 und Oktober 2023 zehnmal in Folge eine Anhebung der Leitzinsen vorgenommen. Aufgrund der rückläufigen Inflation im Jahr 2024 erfolgte im Juni 2024 die seit langer Zeit erste Senkung des Leitzinses auf 4,25 %. In der jüngsten...
Advisory Valuation

Neufassung des IDW S 2 – Anforderung an Insolvenzpläne

Im Hinblick auf die durch das SanInsFoG geänderte Rechtslage wurden Änderungen des Standards erforderlich. Dabei wurden Klarstellungen zum Obstruktionsverbot sowie zum Debt-Equity-Swap vorgenommen. Das IDW veröffentlicht regelmäßig Aktualisierungen zu den bisher veröffentlichten IDW-Standards und passt diese an rechtliche Neuerungen und angepasste Rahmenbedingungen an. In der neusten Fassung vom 20.05.2024...
Tax Audit Advisory Valuation

Deutsche Bundesbank senkt den Basiszins nach § 247 BGB auf 3,37 % zum 01.07.2024

Die Deutsche Bundesbank hat den Basiszins gem. § 247 Abs. 1 BGB nach den deutlichen Erhöhungen im Jahr 2023 und zum 01.01.2024 nun erstmals seit zwei Jahren wieder um 0,25 %-Punkte von 3,62 % auf nun 3,37 % zum 01.07.2024 gesenkt. Der Basiszinssatz wirkt sich unter anderem auf die Höhe der Verzugszinsen nach § 288 BGB aus und kann...
Audit Advisory Valuation

Pensionsrückstellung – Anwendung aktuarieller Vereinfachungsverfahren

Die IDW Arbeitsgruppe „Altersversorgungsverpflichtungen im HGB-Abschluss“ hat sich aufgrund von Nachfragen aus der Praxis erneut mit dem Ergebnisbericht des Fachausschusses Altersversorgung der Deutschen Aktuarvereinigung e. V. (DAV) vom 26.04.2022 zur aktuariellen Umsetzung des IDW Rechnungslegungshinweises „Handelsrechtliche Bewertung von Rückstellungen für Altersversorgungsverpflichtungen aus rückgedeckten Direktzusagen (IDW RH FAB 1.021)“ beschäftigt. Die IDW Arbeitsgruppe gibt...