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FED senkt ihren Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf 4,00 % bis 4,25 %

Die FED senkt die Leitzinsen mit einem Zinsschritt von 0,25 Prozentpunkten zum ersten Mal in diesem Jahr.

Aufgrund der massiv gestiegenen Inflationsraten im Post-Corona-Zeitraum hat die FED zwischen März 2022 und Juli 2023 mehrmals eine Anhebung der Leitzinsen vorgenommen. Aufgrund der rückläufigen Inflation im Jahr 2024 senkte die FED im September 2024 erstmals seit dem Jahr 2020 ihren Leitzins um 0,50 Prozentpunkte. Im November sowie im Dezember 2024 folgten zwei weitere Zinssenkungen um jeweils 0,25 Prozentpunkte. Der aktuelle Zinsschritt im September 2025 beträgt wieder 0,25 Prozentpunkte. Die neue Bandbreite umfasst nun die Spanne zwischen 4,00 % und 4,25 % (vorher 4,25 % bis 4,50 %).

Die wirtschaftlichen und geopolitischen Ereignisse, insbesondere der russische Angriffskrieg in der Ukraine, prägten im Jahr 2022 auch in den USA das makroökonomische Umfeld. Die US-amerikanische Inflationsrate erreichte dabei Spitzenwerte von ca. 9,10 %. In der Folge reagierte die US-amerikanische Zentralbank FED in den Jahren 2022 und 2023 mit deutlichen Zinserhöhungen auf ein Niveau von 5,25 % bis 5,50 %. Seitdem konnte ein deutlicher Rückgang des Inflationsgeschehens auf 2,50 % im August 2024 und 2,40 % im September 2024 beobachtet werden. Zeitgleich nahmen die Arbeitslosenzahlen in den USA zu. Auf beide Entwicklungen reagierte die FED im September 2024 mit einer unerwartet großen Zinssenkung von 0,50 Prozentpunkte auf eine Spanne zwischen 4,75 bis 5,00 %. Im darauffolgenden Monat Oktober 2024 stieg die Inflationsrate jedoch auf 2,60 % und im November 2024 auf 2,70 % wieder an. Im November 2024 und Dezember 2024 erfolgten zwei weitere Zinsschritte um jeweils 0,25 Prozentpunkte, was der üblichen Höhe von Zinsschritten der FED entspricht. Seit Dezember 2024 hatte die FED den Leitzins nicht angepasst. Ab September 2025 beträgt die neue Zinsspanne zwischen 4,00 % bis 4,25 %.

Ziel der aktuellen Zinsanpassung durch die FED ist die Stärkung des US-amerikanischen Arbeitsmarktes. Im aktuell laufenden Jahr 2025 hatten sich die Arbeitsmarktzahlen schlechter entwickelt als erwartet. Durch die nun niedrigeren Zinsen können Privatpersonen leichter Kredite aufnehmen, um beispielsweise Immobilien oder Konsumgüter zu erwerben. Zudem erleichtern günstigere Kredite Unternehmen die Umsetzung geplanter Investitionen und Expansionen, wodurch insgesamt eine höhere Nachfrage nach Arbeitskräften erreicht werden kann. Zinssenkungen sollen die gesamtwirtschaftliche Nachfrage stimulieren und das Wirtschaftswachstum antreiben.

Durch niedrige Zinsen nimmt jedoch das Inflationsrisiko zu. Die FED muss ihre Zinsschritte daher sorgfältig abwägen, um die schwächelnde Wirtschaft einerseits zu unterstützen und andererseits ein Wiederaufflammen der Inflation zu vermeiden.

Bis zum Jahresende 2025 wird die FED noch zwei weitere Zinsentscheidungen durchführen. Die US-amerikanische Inflationsrate ist in den Sommermonaten wieder etwas angestiegen und erreichte im August 2025 einen Wert von 2,9 %, sodass Ausmaß und Tempo weiterer Zinsschritte bisher noch unklar sind. Weiterhin ist auch offen, welche Auswirkungen die Politik des US-Präsidenten Donald Trump auf die zukünftigen Zinsentscheidungen der FED haben wird.

Anfang September 2025 hatte der für Unternehmensbewertungen relevante Basiszinssatz nach IDW S 1 noch nicht auf das weltweit sinkende Zinsniveau reagiert. Dieser beträgt gerundet zunächst weiterhin 3,00 %. Der Basiszinssatz wird kapitalmarktorientiert abgeleitet, daher werden die aktuellen und künftigen Zinssatzanpassungen der führenden Notenbanken wie FED und EZB unmittelbar auch Auswirkungen auf den Basiszinssatz haben.

Im Unterschied zu den Leitzinsen der Notenbanken dient der Basiszinssatz nach IDW S 1 als Grundlage für die Diskontierung zukünftiger Cashflows im Rahmen von Unternehmensbewertungen. Eine Änderung des Basiszinssatzes nach IDW S 1 hat relevante Auswirkungen auf Unternehmenswerte. Sinkt das allgemeine Zinsniveau, dürfte dies auch einen sinkenden Basiszinssatz und damit tendenziell bei ansonsten unveränderten Bedingungen wieder steigende Unternehmenswerte zur Folge haben.

Im Ergebnis ist die weitere Zinsentwicklung für das restliche Jahr 2025 noch nicht abschätzbar. Wenn das allgemeine Zinsniveau weiter sinkt, dürfte dies die Kapitalkosten der Unternehmen in der Weise beeinflussen, dass auch diese sinken werden. In der Folge steigen bei ansonsten unveränderten Bewertungsparametern die Unternehmenswerte und etwaige Wertminderungsrisiken nehmen ab.

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