Nach mehreren Zinssenkungen in der zweiten Jahreshälfte 2025 legt die FED nun wieder eine Zinspause ein. Die FED begründet die Zinspause mit einer sich stabilisierenden Situation auf dem Arbeitsmarkt und der derzeit hohen Inflation. Der Leitzins der FED bleibt daher unverändert zwischen 3,50 % und 3,75 %.
Das makroökonomische Umfeld in den Jahren 2022 bis 2024 war durch die wirtschaftlichen und geopolitischen Ereignisse, insbesondere durch den russischen Angriffskrieg in der Ukraine, geprägt. Auf die im Jahr 2022 hohe Inflation von in der Spitze ca. 9,10 % reagierte die US-amerikanische Zentralbank FED in den Jahren 2022 und 2023 mit mehreren Leitzinserhöhungen auf ein Niveau von bis zu 5,25 % bis 5,50 %. Nachdem die Inflation im Jahr 2024 wieder sank und die Arbeitslosenzahlen zunahmen, senkte die FED ihren Leitzins im Jahr 2024 deutlich. Nach einer langen Zinspause im Jahr 2025, die bis September 2025 anhielt, senkte die FED ihren Leitzins erneut in mehreren Schritten (letztmals im Dezember 2025) auf eine Zinsspanne zwischen 3,50 % und 3,75 %. Nun hat die FED verkündet eine Zinspause einzulegen. Der Leitzins der FED bleibt daher unverändert zwischen 3,50 % und 3,75 %.
Hintergrund der Zinspause ist, dass die jüngsten Wirtschaftsdaten auf eine Stabilisierung des Arbeitsmarktes hindeuten. Der schwache US-Arbeitsmarkt war ausschlaggebend für die Zinssenkungen im zweiten Halbjahr 2025. Ein weiterer Grund für die Zinspause ist die nach wie vor zu hohe Inflationsrate von zuletzt 2,70 % im Dezember 2025. Das Inflationsziel der FED liegt, wie bei der EZB, langfristig bei 2,00 %.
Ziel der Zinsanpassung durch die FED im vergangenen Jahr war die Stärkung des US-amerikanischen Arbeitsmarktes. Im vergangenen Jahr 2025 hatten sich die Arbeitsmarktzahlen in den USA schlechter entwickelt als erwartet. Durch die nach den Zinssenkungen nun niedrigeren Zinsen können Privatpersonen leichter Kredite aufnehmen, um beispielsweise Immobilien oder Konsumgüter zu erwerben. Zudem erleichtern günstigere Kredite Unternehmen die Umsetzung geplanter Investitionen und Expansionen, wodurch insgesamt eine höhere Nachfrage nach Arbeitskräften erreicht werden kann. Zinssenkungen sollen die gesamtwirtschaftliche Nachfrage stimulieren und das Wirtschaftswachstum antreiben.
FED-Chef Jerome Powell verweist weiterhin auf die nach wie vor hohen Inflationsraten und spricht sich daher für ein vorsichtiges Vorgehen hinsichtlich möglicher Zinssenkungen aus. Die Amtszeit von FED-Chef Jerome Powell endet im Mai 2026. Bis zu diesem Zeitpunkt erwarten Analysten keinen weiteren Zinsschritte mehr. Analysten rechnen erst ab der ersten FED-Sitzung unter Leitung des Nachfolgers von Jerome Powell im Juni 2026 mit weiteren Zinssenkungen. Für das Gesamtjahr 2026 werden dabei zwei Zinsschritte der FED nach unten prognostiziert.
Stand Ende Januar 2026 hatte der für Unternehmensbewertungen relevante Basiszinssatz nach IDW S 1 noch nicht auf das weltweit sinkende Zinsniveau reagiert, sondern stieg zum 01.10.2025 auf 3,25 % an und verharrte auch im Januar 2025 auf diesem Niveau von 3,25 %. Der ungerundete Basiszinssatz wies zeitgleich eine steigende Tendenz auf. Ende Januar 2026 zeigt sich diese steigende Tendenz des ungerundeten Basiszinssatzes erstmals im gerundeten Wert. Aktuell (Stand 29.01.2026) ist ein gerundeter Basiszinssatz von 3,50 % erreicht. Der Basiszinssatz wird kapitalmarktorientiert abgeleitet, daher werden die aktuellen und künftigen Zinssatzanpassungen der führenden Notenbanken wie FED und EZB mittelbar auch Auswirkungen auf den Basiszinssatz haben.
Im Unterschied zu den Leitzinsen der Notenbanken dient der Basiszinssatz nach IDW S 1 als Grundlage für die Diskontierung zukünftiger Cashflows im Rahmen von Unternehmensbewertungen. Eine Änderung des Basiszinssatzes nach IDW S 1 hat relevante Auswirkungen auf Unternehmenswerte. Sinkt das allgemeine Zinsniveau, dürfte dies auch einen sinkenden Basiszinssatz und damit tendenziell bei ansonsten unveränderten Bedingungen wieder steigende Unternehmenswerte zur Folge haben.
Im Ergebnis ist die weitere Zinsentwicklung für das aktuell laufende Jahr 2026 noch nicht abschätzbar. Wenn das allgemeine Zinsniveau weiter sinkt, dürfte dies die Kapitalkosten der Unternehmen in der Weise beeinflussen, dass auch diese sinken könnten. In der Folge würden dann bei ansonsten unveränderten Bewertungsparametern die Unternehmenswerte steigen und etwaige Wertminderungsrisiken abnehmen.