https://kleeberg-valuation.de/en/team/sebastian-schoffel/
https://kleeberg-valuation.de/team/sebastian-schoeffel/
https://kleeberg-valuation.de/en/team/karl-petersen/
https://kleeberg-valuation.de/en/team/gregor-zimny/
https://kleeberg-valuation.de/en/team/christian-zwirner/
https://kleeberg-valuation.de/team/christian-zwirner/
https://kleeberg-valuation.de/team/karl-petersen/

News

EZB lässt Leitzins zum vierten Mal in Folge unverändert

Leitzins der EZB bleibt bei 4,50 %

Die Jahre 2022 und 2023 waren aus geldpolitischer Sicht geprägt von Leitzinserhöhungen. Die Notenbanken haben insbesondere seit dem zweiten Halbjahr 2022 die Leitzinsen vor dem Hintergrund der anhaltend hohen Inflation kontinuierlich mehrfach erhöht. Am 11.04.2024 hat die EZB nun verkündet, dass sie zum vierten Mal nach zuvor zehn Erhöhungen in Folge den Leitzins unverändert lässt und somit weiter eine Zinspause einlegt. Der Leitzins der EZB beträgt somit weiterhin 4,50 %. Jedoch deutet die EZB nun Zinssenkungen im Juni 2024 an.

Die Auswirkungen der wirtschaftlichen und geopolitischen Ereignisse, insbesondere der russische Angriffskrieg auf die Ukraine, welche das Jahr 2022 geprägt haben, sind auch noch im Jahr 2024 spürbar. In den letzten Monaten ist jedoch eine Abschwächung der Folgen zu beobachten. So liegt die Inflationsrate im März 2024 bei voraussichtlich 2,20 % in Deutschland. Dies ist der niedrigste Wert seit April 2021 (2,00 %).

Als Folge des Inflationsrückgangs hat die EZB nun zum vierten Mal nach zuvor zehn Zinserhöhungen in Folge den Leitzins nicht erhöht und legt somit weiter eine Zinspause ein. Der Leitzins der EZB beträgt somit weiterhin 4,50 %. Die EZB deutet jedoch nun eine Zinssenkung im Juni 2024 an.

Die bisherigen Leitzinserhöhungen der EZB hatten unter anderem deutliche Auswirkungen auf die Fremdfinanzierungskosten für Unternehmen und private Haushalte, welche seit Beginn der Leitzinserhöhungen vor etwas mehr als einem Jahr deutlich angestiegen sind. Private Haushalte bemerken den Anstieg der Fremdfinanzierungskosten, insbesondere bei der Vergabe von Krediten für die Immobilienfinanzierung. Unternehmen mit einer hohen Fremdkapitalquote, die Investitionen jahrelang günstig refinanzieren konnten, müssen sich bei bevorstehender Umschuldung künftig zu ungünstigeren Konditionen finanzieren.

Auch im Zusammenhang mit bewertungsrelevanten Fragestellungen machen sich die Auswirkungen der bisher vorgenommen Leitzinserhöhungen bemerkbar. Noch im Januar 2022 lag der bewertungsrelevante Basiszins nach IDW S 1 bei 0,10 %. Zwischenzeitlich stieg der bewertungsrelevante risikolose Basiszinssatz nach IDW S 1 auf 2,75 % (01.11.2023 bis 01.01.2024). Zum 01.04.2024 ist der bewertungsrelevante Basiszinssatz nach IDW S 1 auf 2,50 % gesunken.

Mit der aktuellen Zinspause reagiert die EZB auf den derzeitigen Rückgang der Inflation sowie auf die eingetrübten Konjunkturaussichten im Euroraum. So ging das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt in Deutschland im Jahr 2023 sogar um 0,30 % zurück. Bisher hat die EZB keine Aussagen zu möglichen zukünftigen Zinsanpassungen getroffen. Nun deutet sie jedoch mögliche Zinssenkungen im Juni 2024 an. Zinsanpassungen zum Ende der ersten Jahreshälfte 2024 wurde von Investoren bereits Anfang des Jahres 2024 prognostiziert.

Im Ergebnis können die weiteren (Zins-) Entwicklungen noch nicht abgeschätzt werden. Es ist aber für den Fall von weiteren Leitzinserhöhungen anzunehmen, dass diese zu einem weiteren Anstieg des Zinsniveaus führen werden. In der Folge könnten auch die für Unternehmensbewertungen relevanten Fremdkapital- und Eigenkapitalkosten im Jahr 2023 und 2024, wie bereits im Jahr 2022, noch weiter steigen. Selbst im Fall von Zinssenkungen, die nun von der EZB für Juni 2024 angedeutet werden, ist kurzfristig keine deutliche Veränderung des allgemeinen Zinsniveaus zu erwarten. In der Praxis sind gerade vor dem Hintergrund des unabhängig von weiteren Zinserhöhungen bereits hohem bestehenden Zinsniveaus im Jahr 2023 die Auswirkungen auf Bilanzierungs- und Bewertungsfragen sowie auf die angemessene Verzinsung bei zinsrelevanten Sachverhalten im Blick zu behalten. Insbesondere sind bestehende Verzinsungsregelungen auf ihre Angemessenheit zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen.

Diese Themen könnten Sie auch interessieren

Diese News könnten Sie auch interessieren

Tax Valuation

Bewertung von Grundstücken mit Fotovoltaikanlagen und Windkraftanlagen

Der Erlass der obersten Finanzbehörden der Länder vom 6.3.2024 – S 3015 BStBl 2024 I S. 378 befasst sich mit der Bewertung von Grundstücken mit Fotovoltaikanlagen und Windkraftanlagen für erbschaftsteuerliche Zwecke. Der Erlass weist ein vierfach abgestuftes Verfahren zur Bewertung an und enthält dazu auch ein Zahlenbeispiel. Unbebaute Grundstücke sind nach § 179 BewG...
Tax Audit Advisory Valuation

Nachweis einer kürzeren tatsächlichen Nutzungsdauer für Gebäude-AfA

Nach § 7 Abs. 4 Satz 2 EStG kann zur Vornahme der Gebäude-AfA anstelle von typisierten Nutzungsdauern die tatsächliche Nutzungsdauer zugrunde gelegt werden. Ein Urteil des BFH vom 23.01.2024 (IX R 14/23) betraf unter anderem die Frage, wie der Nachweis der tatsächlichen Nutzungsdauer zu erbringen ist, und steht in Teilen der Meinung der Finanzverwaltung entgegen. Im Ergebnis...
Audit Advisory Valuation

Basiszinssatz nach IDW S 1 bleibt zum 01.05.2024 gerundet bei 2,50 %

Der Basiszinssatz nach IDW S 1 stagniert zum 01.05.2024 bei gerundet 2,50 %. Der ungerundete Basiszinssatz steigt von 2,45 % zum 01.04.2024 auf 2,51 % zum 01.05.2024. Im Vergleich zum Vormonat setzt sich der sinkende Trend somit nicht fort, es kommt zu einem leichten Anstieg des ungerundeten Basiszinssatzes. Der für Bewertungszwecke relevante Basiszinssatz hat...
Advisory Valuation

Basiszinssatz

Basiszinssätze nach IDW S 1 i. d. F. 2008 Die folgende Tabelle stellt die Basiszinssätze für Unternehmens­bewertungen nach IDW S 1 i. d. F. 2008 bzw. IDW RS HFA 10 für Bewertungsstichtage, beginnend ab 01.11.2017, dar. Die Zinssätze wurden gemäß Vorgaben des IDW (vgl. WPH Edition, Bewertung und Transaktionsberatung,...