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Bank of England legt im Gegensatz zu EZB und FED eine Zinspause ein

Trotz hohen Inflationsdrucks hält die Bank of England die Leitzinsen aufgrund des schwächelnden Arbeitsmarktes stabil

Die Bank of England hat auf ihrer September-Sitzung den Leitzins unverändert bei 3,75 % belassen und damit die geldpolitische Pause fortgesetzt. Die Entscheidung steht im Gegensatz zu den jüngsten Leitzinserhöhungen von FED und EZB. Auch in Großbritannien ist ein erneuter Anstieg der Inflation auf 3,1 % im August 2026, getrieben vor allem durch stark gestiegene Kraftstoffpreise infolge des Konflikts im Nahen Osten, zu beobachten.

Die Bank of England (BoE) hat in ihrer geldpolitischen Sitzung im September 2026 beschlossen, den Leitzins unverändert bei 3,75 % zu belassen, obwohl die britische Inflation im August 2026 auf 3,1 % gestiegen ist. Das Inflationsziel der BoE liegt bei 2,0 %.

Hintergrund der aktuellen Entwicklung ist der seit März 2026 eskalierende Konflikt im Nahen Osten, der zu erheblichen Verwerfungen bei den globalen Öl- und Gaspreisen geführt hat. In Großbritannien trieben insbesondere die Kraftstoffpreise die Teuerungsrate nach oben.

Trotz des Anstiegs der Gesamtinflation blieb die für die BoE besonders aussagekräftige Kerninflation stabil: Die Kerninflation (Inflation ohne Energie und Nahrungsmittel) verharrte im August 2026 bei 2,6 %, während die dienstleistungsbezogene Inflation, die als Kennzahl für längerfristige Preis- und Lohndynamiken gilt, bei 3,4 % unverändert blieb. Diese Mischung aus steigender Gesamtinflation bei stabilerer Kerninflation hat die BoE zu einer abwartenden Haltung bewegt.

Die BoE begründete die Zinspause damit, dass der aktuelle Inflationsanstieg vorrangig auf externe Energiepreisschocks zurückzuführen sei, während die binnenwirtschaftliche Preisdynamik, gemessen an Kern- und Dienstleistungsinflation, keine eindeutige Notwendigkeit für eine weitere Straffung der Geldpolitik signalisiere.

Ökonomen rechnen derzeit damit, dass die britische Inflation im weiteren Verlauf des Jahres 2026 weiter ansteigen und zeitweise Werte von über 3,5 % erreichen könnte. Weiter wird erwartet, dass sich die Inflation im Laufe des Jahres 2027 allmählich wieder in Richtung des 2 %-Ziels bewegt. Entscheidend hierfür ist, wie sich der Konflikt im Nahen Osten entwickelt und ob die Versorgungswege für Öl und Gas, insbesondere die Straße von Hormus, wieder zuverlässig befahrbar werden.

Für Unternehmen und Investoren ergibt sich aus der aktuellen Lage ein komplexes Umfeld: Die Inflationsraten bleiben erhöht, das Zinsniveau verharrt auf einem hohen Plateau. Ähnlich wie im Euroraum führt das höhere Zinsniveau zu gestiegenen Fremdfinanzierungskosten, insbesondere für Haushalte mit variablen Hypotheken und Unternehmen mit hohem Verschuldungsgrad.

Der für Unternehmensbewertungen in Deutschland relevante Basiszinssatz stieg im Verlauf des bisherigen Jahres 2026 hingegen kontinuierlich von gerundet 3,25 % im Februar 2025 auf 3,75 % im September 2026 an. Der Basiszinssatz wird kapitalmarktorientiert abgeleitet, daher werden die aktuellen und künftigen Zinssatzanpassungen der führenden Notenbanken wie FED und EZB mittelbar auch Auswirkungen auf den Basiszinssatz haben.

Im Unterschied zu den Leitzinsen der Notenbanken dient der Basiszinssatz nach IDW S 1 als Grundlage für die Diskontierung zukünftiger Cashflows im Rahmen von Unternehmensbewertungen. Eine Änderung des Basiszinssatzes nach IDW S 1 hat relevante Auswirkungen auf Unternehmenswerte. Steigt das allgemeine Zinsniveau, dürfte dies auch einen steigenden Basiszinssatz und damit tendenziell bei ansonsten unveränderten Bedingungen sinkende Unternehmenswerte zur Folge haben.

Die nächste geldpolitische Sitzung der Bank of England ist für Ende Oktober 2026 terminiert. Sollte sich die Inflation, getrieben durch weiter steigende Energiepreise, deutlich über die aktuellen Prognosen hinaus entwickeln, bleibt eine weitere Zinserhöhung im vierten Quartal 2026 möglich.

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